Skateboard – Spagat zwischen Kult, Lebensgefühl und Olympia

Ab nächstem Schuljahr werden drei Sportler aus dem Bereich „Skateboard“ unsere Schule besuchen. Höchste Zeit ein paar Fakten zu präsentieren und einen spät berufenen K&S Skateboarder vorzustellen.

Das Skateboarden (Skaten) hat sich im Lauf der Jahrzehnte zu einer Sportart mit einem reichen Repertoire an Kunststücken (Tricks) und einer eigenen Begrifflichkeit entwickelt. Die Tricks bestehen dabei meistens aus Sprüngen mit dem Skateboard und werden oft in Kombination mit Drehungen des Skateboards sowie des Körpers ausgeführt. 2021 werden im Skateboarden erstmals ein Olympiasieger und eine -siegerin erkoren werden.

Wegen der weitgehend fehlenden Organisationsstruktur, seinem gewollt ungeregelten Charakter und den meistens jungen Ausübenden wird Skateboarden häufig zu den sogenannten Feizeitsportarten gerechnet. Gegen diese Einordnung spricht jedoch neben seinen subkulturellen Verbindungen die Kontinuität des Skateboardens, das nunmehr seit Jahrzehnten ausgeübt wird. Darüber hinaus stellt die Komplexität des Sports hohe Anforderungen an Durchhaltewillen und Lernbereitschaft, die dem Charakter schnell erlernbarer und schnelllebiger Trendsportarten entgegensteht. Ein Beispiel hierfür ist sicherlich Evan Smith. In dieser 15 minütigen Zusammenstellung wird ziemlich eindrücklich dokumentiert, wofür das Skaten steht.

Skateboarding war lange Zeit überwiegend männlich dominiert. Allerdings finden in den letzten Jahren auch immer mehr weibliche Personen Interesse an diesem Sport. Die Skateboardindustrie, vor allem im Bereich für Kleidung und Schuhe, passt sich dieser Entwicklung an und entwirft inzwischen Mode speziell auch für junge Frauen.

Der Ursprung des modernen Skateboardens, früher auch „Asphaltsurfer“ genannt, liegt in den 60er Jahren und entstand durch die Übertragung des Wellenreitens auf den Asphalt und Beton. Vor allem in den USA hat sich eine professionelle Skateboardszene entwickelt. Professionelle Skateboardfahrer erhalten durch Sponsorenverträge mit einer oder mehreren Firmen (meistens Hersteller von Skateboards, Unternehmen der Bekleidungsbranche oder Skateboardläden) Geld- und Sachleistungen. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist sicherlich Tony Hawk, der als Pionier des modernen Vert-Styles gilt und elf Weltmeistertitel gewinnen konnte. Mit seiner Skateboardmarke Birdhouse, dem Extremsportevent Boom Boom HuckJam, einer Videospielreihe und der Tony Hawks Foundation hat er wesentlich zur Verbreitung des Sports beigetragen. 1999 schaffte er als erster Skater in einer Halfpipe die zweieinhalbfache Drehung, den 900°, und erregte damit großes Medieninteresse.

Fast so berühmt 😉 ist unser ehemaliger Schüler Silas Meyer, der in einem Artikel im Tagblatt porträtiert wird. Silas kam als BMXler zu uns an die K&S, entwarf für seine Abschlussarbeit ein tolles Rennrad und scheint sich jetzt dem Skateboarden verschrieben zu haben. Ein guter Entscheid, wenn man das Portrait liest: Viel Spass!

Wir wünschen Silas weiterhin grosse Freude beim Skaten und viel Erfolg bei all seinen Projekten!

Zurück